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Vorhautverendgung (Phimose)

Mit einer Vorhautverendgung (Phimose) ist ein Zurückstreifen der Vorhaut über die Glans penis nicht möglich. Davon abzugrenzen ist die "physiologische Säuglingsphimose" mit einer Verschmelzung des Glans mit dem inneren Epithel der Vorhaut, die sich in der Regel im dritten Lebensjahr löst.

Die Paraphimose (auch spanischer Kragen genannt) bezeichnet eine Abschnürung bzw. Einklemmung der Glans penis durch eine Phimose (verengte Vorhaut). Die Paraphimose stellt einen urologischen Notfall dar.

Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) für eine Phimose stellt sich altersbezogen wie folgt dar:

  • ca. 58 % nach dem 1. Lebensjahr (physiologische Phimose)
  • 10-35 % nach dem 3. Lebensjahr (physiologische Phimose)
  • 1 % der 16- bis 18-Jährigen (pathologische Phimose)

Verlauf und Prognose: Ein nicht zurückstreifbares Präputium im Kindes- und Jugendalter ist bis zum Ende der Pubertät normal (physiologische Phimose) und bedarf keiner Therapie. Behandlungsbedürftig ist die pathologische Phimose, bei der es zu Beschwerden wie rezidivierender Balanitis (Entzündungen der Eichel), abgeschwächtem Harnstrahl, Ballonierung bei Miktion (Aufblähung der Vorhaut beim Wasserlassen) oder einem nachhaltigen Harnstau kommen kann.

Eine Paraphimose stellt einen urologischen Notfall dar, bei der es durch die gewaltsam zurückgezogene, verengte Vorhaut hinter die Glans penis (Eichel) im sogenannten Sulcus coronarius (ringförmige Vertiefung hinter der Eichel) zu einem Schnürring („Spanischer Kragen“) kommt.

Es sollte so schnell wie möglich eine fachmännische Reposition der Vorhaut (Zurückziehen der Vorhaut über die Eichel) durchgeführt werden. In manchen Fällen ist dazu ein Einschneiden des Schnürrings mittels eines kleinen operativen Eingriffs notwendig, um die drohende Gangränbildung (Absterben) der Eichel und der Vorhaut zu verhindern.